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( Montag )02.05.2011
Minister Schlie: Freiwillige Feuerwehren sind alternativlos
KIEL / GROSS GRÖNAU. Mit einem "flammenden" Appell hat sich Innenminister Klaus Schlie an die rund 1400 Wehrführerinnen und Wehrführer von Freiwilligen Feuerwehren Schleswig-Holsteins gewandt und Zukunftsorientierung in Bezug auf Mitgliederwerbung von den Führungskräften gefordert. "Wenn es heute heißt "Wir haben keinen Mitgliederverlust", so bedeutet das im Moment, dass der Status Quo gehalten wird", sagte Schlie im Rahmen der Landesfeuerwehrversammlung am Samstag in Groß Grönau vor 135 Delegierten. "Jeder Wehrführer sollte sich anhand der Alterstatistik einer Wehr fragen: "Wann verliere ich wie viele Mitglieder? Habe ich dann schon für ausreichend Nachwuchs vorgesorgt?" Ausgebildeten Nachwuchs brauchen wir nicht erst dann, wenn die Wehr die Mindest-stärke unterschritten hat, sondern bereits dann, wenn sich die mangelnde Leistungsfähigkeit am Zeithorizont abzeichnet!", sagte der Minister und bezeichnete Freiwillige Feuerwehren als alternativlos. "Es sei denn man bekennt sich zum Verzicht auf Sicherheit". Schlie empfahl den Führungskräften, alle Möglichkeiten des modernen Marketings und die beim Landesfeuerwehrverband vorhandenen Ideen und Materialien zur Mitgliederwerbung zu nutzen. Besonders die Kampagne "112 % Zukunft" fand die Zustimmung des Ministers.
Dieser wurde im Rahmen der Versammlung zur eigenen Überraschung besonders ausgezeichnet: Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, verlieh Schlie das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und würdigte damit nicht nur den Einsatz für die Feuerwehr in der Ministerfunktion sondern auch Schlies vorherigen Tätigkeiten in der Kommunalpolitik für das Feuerwehrwesen.
Dass die Marketingprojekte des Verbandes nicht effektlos verhallen,
belegt die Statistik, die Landesbrandmeister Detlef Radtke vorlegte.
Demnach stieg die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute erneut leicht an:
Im Jahre 2010 von 49.212 auf 49.314. Ein leichter Anstieg zwar nur -
aber der dritte nach Beginn der Kampagnenarbeit. Zuvor waren 14
Jahre "Talfahrt" zu beobachten gewesen. Auch die Zahl der Frauen im
Einsatzdienst konnte von 2956 auf 3087 gesteigert werden. Und bei der
Nachwuchsorganisation der Brandschützer sieht es auch nicht schlechter
aus: Hier stieg die Zahl der Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren um 31
auf 9568. Diese kleinen Erfolge würden deutlich machen, dass es sich
lohne, verstärkt in die aktive Mitgliederwerbung zu investieren, sagte
Radtke. Dabei schloss er
ausdrücklich die Gemeindevertretungen und vor allem die Bürgermeister als Verantwortliche für ihre jeweilige Feuerwehr mit ein.
Die Bürgerinnen und Bürger würden mit der Feuerwehr den Anspruch auf
Schutz und Hilfe in allen Gefahrensituationen verbinden, sagte Radtke.
"Die Menschen verlassen sich auf den Rat der Feuerwehr, wenn
es um vorbeugende Maßnahmen geht, sie verlassen sich auf die Feuerwehr,
wenn Menschenrettung und Gefahrenabwehr erforderlich ist. Aber Sie
müssen sich auch fragen lassen, was sie tun, um dieses dichte Netz an
ehrenamtlicher Gefahrenabwehr zu erhalten." In den Freiwilligen
Feuerwehren gebe es für jeden einen Platz - abgestimmt auf beruflichen
Hintergrund, Vorbildung, Interessenslage und zeitlicher Verfügbarkeit.
Für Ihre Verdienste um das Feuerwehrwesen wurden geehrt
- Innenminister Klaus Schlie mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber
- Hauptbrandmeister Sven Voß (Hansühn) mit dem Brandschutzehrenzeichen der Sonderstufe (für Rettung aus Lebensgefahr)
- Ministerialrat Hans Schönherr (Kiel) mit der Ehrenmitgliedschaft im Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein
- Hauptbrandmeister Jörg Schlüter (Neumünster) mit dem schleswig-holsteinischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze
- Brandmeister Ingmar Behrens (Ottendorf, RD-ECK) mit dem schleswig-holsteinischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze
- Oberbrandmeister Michael Mull (Lübeck) mit der Ehrennadel in Silber mit Kranz der Bundesvereinigung Deutscher Musikerverbände
Quelle: Landesfeuerwehrverband SH.